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Wissenswertes

Tipps zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall.

Schimmelbefall in einer Wohnung entsteht vor allem durch erhöhte Feuchtigkeit. Mögliche Ursachen hierfür sind nicht nur bauliche Mängel, sondern auch ein falsches Nutzungsverhalten. Warum setzt sich Feuchtigkeit an Wänden, Möbeln und Gegenständen ab? Was kann man tun, um Schimmelbefall entgegenzuwirken?  

Schimmel an einer Wand

Zunächst klären wir die Frage, warum sich Feuchtigkeit aus der Luft an Oberflächen ansammeln kann. Die Luft ist in der Lage gewisse Mengen an Wasserdampf aufzunehmen. In diesem Zusammenhang spricht man von relativer Luftfeuchtigkeit. Diese gibt die Menge des in der Luft vorhandenen Wasserdampfs an. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 60% bedeutet, dass die Luft 60% der maximal möglichen Aufnahmemenge an Wasserdampf enthält. Dabei kann warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft.  

 

Beispiel: befinden sich in einem Kubikmeter Luft 13g Wasserdampf, so liegt bei einer Temperatur von 15°C die relative Luftfeuchte bei 100%. Wird die Luft nun auf 20°C erwärmt, verringert sich die Luftfeuchtigkeit auf ca. 75%. Sinkt die Temperatur jedoch unter 15°C, wird die maximale Aufnahmemenge an Wasserdampf in der Luft überschritten und es bildet sich Tauwasser an Oberflächen. Die Taupunkttemperatur wird also unterschritten. 

Mit diesem Hintergrundwissen wird verständlich, wie es zu Feuchteschäden und Schimmelbildung kommen kann. Vor allem an Wärmebrücken ist in der kalten Jahreszeit vermehrt mit Schimmel zu rechnen. Typische Stellen in einer Wohnung sind Eckbereiche, die an eine kalte Außenwand anschließen. Die Oberflächentemperatur der Wand liegt hier unter der Raumlufttemperatur. Die Luft an der Wandoberfläche wird stark abgekühlt. Die relative Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich steigt und es lagert sich Feuchtigkeit an der Wandoberfläche ab, was ideale Bedingungen für die Schimmelbildung bietet. Wichtig zu wissen ist, dass für diese Art von Feuchteschäden nicht immer eine 100-prozentige Luftfeuchtigkeit und Kondensatbildung nötig ist. Auch eine durch Abkühlung der Luft entstehende erhöhte Luftfeuchte ist bereits ausreichend für die Bildung von Schimmel. 

Durch richtiges Lüften wird die Luftfeuchtigkeit abgesenkt. Die beste Methode ist das Querlüften. Hierbei werden gegenüberliegende Fenster und Türen ganz geöffnet. Der entstehende Durchzug führt zu einem schnellen Luftaustausch. Ist eine Querlüftung nicht möglich, sollte die Stoßlüftung durchgeführt werden. Das Fenster ist dabei ganz zu öffnen. Eine dauerhafte Kippstellung sorgt hingegen für einen sehr langsamen Luftaustausch bei gleichzeitiger Auskühlung der Fensterlaibungen. Die Luft im Bereich der Fensterlaibung kühlt ab, die relative Luftfeuchtigkeit steigt und die Schimmelbildung wird gefördert. Deshalb ist vom Lüften mit gekippten Fenstern in der kalten Jahreszeit abzuraten.

 

Querlüftung


Stoßlüftung


Der Luftaustausch geschieht umso schneller, je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft ist. In der kalten Jahreszeit sind in der Regel 5–10 min ausreichend. Es sollte mindestens 3 mal täglich gelüftet werden, da der Raumluft durch die Nutzung einer Wohnung (beispielsweise durch Duschen, Kochen, Schwitzen und sogar Atmen) ständig Feuchtigkeit zugeführt wird. Im Sommer wird gelüftet, wenn die Temperatur draußen niedriger ist als innen, d. h. bevorzugt am frühen Morgen oder nachts, da die Luftfeuchtigkeit sonst innen ansteigen kann. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte einen Wert von 65% nicht dauerhaft überschreiten.

Schimmel Rückwand eines Schranks

Auch die Aufstellung der Möbel hat einen Einfluss auf die Schimmelbildung. Generell ist davon abzuraten Möbel an schlecht isolierten und kalten Außenwänden aufzustellen. Die Luftzirkulation wird hierdurch gestört. Zudem wird das Aufheizen der Wände verringert, was zu niedrige Oberflächentemperaturen zur Folge hat (insbesondere hinter größeren Schränken). Auch hier steigt die relative Luftfeuchte im Wandbereich. Auf Grund der gestörten Luftzirkulation kann diese Feuchtigkeit zudem nicht abgelüftet werden. Schimmelbildung ist die Folge.

Liegen Wärmebrücken vor, schafft vermehrtes Heizen und Lüften alleine nicht immer Abhilfe. Auch die Anbringung einer Außenisolation ist nicht immer möglich oder mit sehr hohen Kosten verbunden. Hier kommen spezielle schimmelhemmende Antikondensationsbeschichtungen zum Einsatz. Diese sind in der Lage große Mengen an Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und zwischenzuspeichern. Beim Lüften kann die Feuchtigkeit wieder abgegeben werden. Zudem ist die Zusammensetzung der Beschichtung so abgestimmt, dass die Bildung von Schimmel stark gehemmt wird.

Feuchte Wände sind bzgl. des Schimmelpilzbefalls besonders problematisch. Die Ursachen der Feuchtigkeit in Wänden liegen häufig in schadhaften Außenisolierungen und defekten Horizontalsperren. Das Mauerwerkt nimmt Wasser aus dem Erdreich auf, was sich durch Kapillarkräfte innerhalb der Mauer verteilt und schließlich zu einer Durchfeuchtung der Wand führt. Auch bei richtigem Heizen und Lüften ist die Schimmelbildung kaum noch zu vermeiden, da die Feuchtigkeit an der Wandoberfläche aus dem Inneren der Wand stammt. Die oberste Priorität zur Verhinderung des Schimmelbefalls hat also das Abdichten des Mauerwerkes. Dies kann oftmals auch ohne ein kostspieliges Ausgraben der Wände durchgeführt werden. Hierzu beraten wir Sie gerne individuell.